Eine weltumspannende, humanitäre Gemeinschaft mit langer Geschichte – und ein Weg, an dem jeder Bruder zuerst an sich selbst arbeitet. Ein Blick auf Herkunft, Werte und Sinn der Königlichen Kunst.
Der Begriff »Freimaurer« stammt aus dem Mittelalter und geht auf das englische Freemason bzw. Freestone Mason zurück. Gemeint waren hochqualifizierte, gebildete Kunsthandwerker, Baumeister und Architekten – im Unterschied zum Roughstone Mason, der für die grobe Behauung der Steine zuständig war.
Historisch ist die moderne Freimaurerei aus den Dombauhütten und Steinmetzbruderschaften des Mittelalters hervorgegangen – der Zeit der großen Kathedralenbauten. Schriftliche Hinweise finden sich bereits im mittelenglischen Regius-Manuskript von 1390 oder in der Straßburger Steinmetzordnung von 1495. Manche Symbole reichen noch weiter zurück – bis ins antike Rom, nach Griechenland und Ägypten. Das Wissen um Baukunst und Statik wurde über Jahrhunderte nur mündlich weitergegeben und streng gehütet.
Mit der Reformation ab 1517 geriet das Welt- und Gottesbild ins Wanken, und der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) brachte den Bau der gotischen Kathedralen zum Erliegen. Die Bauhütten und damit die klassischen Steinmetzbruderschaften gingen nieder. Steinmetze und Baumeister aber genossen weiterhin hohes Ansehen: gebildet und international vernetzt, waren sie durch ganz Europa gereist, während viele Menschen ihr Dorf nie verließen.
Der offene Geist der Logen passte hervorragend zu den Ideen der Aufklärung. Durch die Verschwiegenheit konnten sich Adlige, Bürger und Handwerker ungestört über die revolutionären Gedanken der Zeit austauschen – und so wurden auch Nicht-Steinmetze aufgenommen. Erstmals dokumentiert 1634 in Edinburgh, begann hier der Wandel von der operativen Steinmetzbruderschaft zur spirituellen Freimaurerei.
Man nennt die Freimaurerei auch »Königliche Kunst«, weil sie als vornehmste aller Künste gilt – nicht im Sinne weltlicher Macht, sondern als Kunst, an seinen eigenen Schwächen zu arbeiten und ein Leben in Humanität und Nächstenliebe zu führen.
Untereinander nennen sich Freimaurer »Brüder«. Damit ist mehr gemeint als Kameradschaft: Es ist das Versprechen, einander mit Achtung zu begegnen, füreinander da zu sein und gemeinsam an denselben Idealen zu arbeiten – über alle Unterschiede des Alltags hinweg.
Nach außen wirkt die Freimaurerei karitativ und fördert Bildung, Wissenschaft und Kunst. Ihr Hauptzweck aber geht nach innen: Mit Hilfe von Ritualen vermittelt sie eine Lebensphilosophie, die den Brüdern fünf Ideale näherbringen soll.
Jeder Bruder arbeitet an seinem eigenen »rauen Stein« – dem Sinnbild der eigenen Unvollkommenheit.
Ein Freimaurer versucht, die Welt besser zu machen, indem er an sich selbst arbeitet: seine Fehler und Schwächen erkennt und sich zu einem besseren Menschen formt. Dadurch wird auch sein Umfeld – Familie und Beruf – ein klein wenig besser. Freimaurerei ist so verstanden eine Lebenshaltung, die zur Humanisierung der Gesellschaft und zur Bildung der Persönlichkeit beiträgt.
Ja. Die freimaurerischen Ideale sind alt, aber nicht veraltet. Sie folgen keinem wechselnden Zeitgeist, sondern beruhen auf Grundwerten, die sich nicht verbrauchen. Vielleicht ist es genau diese Beständigkeit, die in einer schnelllebigen Welt so anziehend wirkt.
Wer Freimaurerei nur als Relikt vergangener Jahrhunderte versteht, verkennt ihr Wesen. Tradition bedeutet hier nicht Stillstand, sondern ein lebendiges Fundament, auf dem jeder Einzelne und jede Generation neu aufbaut. Unsere Brüder kommen aus den unterschiedlichsten Berufen, Lebenswelten und Generationen – und gerade diese Vielfalt zeigt, dass die freimaurerischen Werte über alle Grenzen hinweg verbinden. Die Loge ist kein Ort, an dem man der Welt entflieht, sondern einer, an dem man Kraft, Orientierung und Freundschaft schöpft, um in der Welt verantwortungsvoll zu wirken.
Kaum eine Gemeinschaft ist von so vielen Mythen umgeben wie die Freimaurerei.
Die drei hartnäckigsten möchten wir hier klarstellen.
Kein Geheimbund, aber eine diskrete Gesellschaft: Als eingetragener Verein mit eigener Homepage sind wir öffentlich; vertraulich bleiben nur das Wort in der Loge und unser Ritual.
Wir sind weder Sekte noch Religion und verkünden keine Glaubenslehre. Bei uns treffen sich Menschen aller Bekenntnisse als Brüder. Niemand muss seinen Glauben aufgeben, ein Glaube an ein höheres Prinzip wird aber vorausgesetzt.
Die Freimaurerei verheißt keinerlei materielle oder berufliche Vorteile. Ihr Ziel ist die innere Wandlung und geistige Entfaltung des Menschen.
Wenn Sie der Weg der Freimaurerei anspricht und Sie mehr über die Freimaurerei in Pirmasens und unsere Loge erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen.