Auch ich war einmal ein Suchender – vor über zwanzig Jahren, mit ganz eigenen Erwartungen. Ich war Mitte 30, beruflich gefestigt, verheiratet, zwei Kinder. Und doch stellte sich mir die Frage: „War es das nun? Was kommt noch im Leben?“
Kennen Sie die alte Sparkassen-Werbung, in der sich zwei Freunde mit „mein Haus, mein Auto, mein Boot“ übertrumpfen? So ähnlich ging es mir: noch ein Haus, noch ein Auto – das kann es doch nicht sein. Ich wusste nicht genau, was ich suchte, aber ich spürte, dass mir etwas fehlte: vielleicht ein tieferer Sinn.
Eine Fernsehdokumentation über die Freimaurerei und ihre Werte weckte mein Interesse. Ich wusste nicht, was mich erwartete, aber ich nahm Kontakt zur Loge hier in Pirmasens auf, traf den Meister vom Stuhl und wurde zu Gästeabenden eingeladen.
Was ich dort erlebte, war mir fremd, faszinierend und zu Beginn ein wenig einschüchternd. Vor allem aber sah ich Männer, die respektvoll und tolerant miteinander umgingen: die einander aussprechen ließen – wie es heute längst nicht mehr überall üblich ist. Ich fühlte mich geborgen und verstanden.
Da wurde mir bewusst, was ich eigentlich gesucht hatte: Menschen, mit denen ich über alles reden kann, auf deren Verschwiegenheit ich mich verlassen kann, die respektvoll miteinander umgehen und die mich so nehmen, wie ich bin. Das war der Zeitpunkt, an dem ich um einen Aufnahmeantrag gebeten habe.